Objektorientiert
aus ASP-XTend, der freien Wissensdatenbank
Hier ein kleiner Ausflug in die Ideen der Objektorientiertheit, und wie sie in ASP-XTend realisiert sind:
- ein Objekt ist charakterisiert durch Eigenschaften. Die Eigenschaften bestimmen, was mit dem Objekt getan werden kann und was nicht. So kann man mit einem Ball Fussball spielen, aber kaum daraus trinken. Aus einem Trinkglas kann man hingegen trinken, aber kaum Fussball spielen. Jedes Objekt hat also seine spezifischen Eigenschaften.
- Objektorientiertheit in der Informatik heisst, Informationseinheiten künstlich so einzukapseln, dass nur gewisse Aktionen damit möglich sind. Diese künstliche Einschränkung, die auf den ersten Blick als Nachteil erscheint, dient einerseits der Sicherheit, andrerseits der Benutzerfreundlichkeit.
Zwei Beispiele mögen dies verdeutlichen:
Sicherheit
Bei nicht-objektorientierten Systemen (wie z.B. Windows) wird der Editor erlauben, in einem Textfile entweder Text oder aber, und das ist tragisch, ein Programm als Textfile zu bearbeiten. Dadurch ist es möglich, Trojanische Pferde und Viren zu erstellen, denn für das Betriebssystem ist ein Textfile halt einfach ein Textfile, d.h. es kann nicht unterscheiden, ob das Textfile Text oder ein Programm enthält.
Bei objektorientierten Betriebssystemen und Applikationen, wie z.B. OS/400 oder ASP-XTend, sind solche Manipulationen nicht möglich. Denn ein Textfile hat die Eigenschaft "Text" und ein Programmfile hat die Eigenschaft "Programm", d.h. es sind zwei unterschiedliche Objekte. (Zur Bearbeitung sind logischerweise auch zwei verschiedene Editoren notwendig). Eine Objektumwandlung wie die Umwandlung eines eingeschleusten Textfiles in ein Programm (das dann als Virus oder trojanisches Pferd aktiv wird) wird daher von einem objektorientierten System erkannt und abgewiesen. Es ist kein Fall bekannt, dass eine AS/400 jemals von einem Virus oder trojanischen Pferd befallen wurde.
Benutzerfreundlichkeit
Die freie Definierbarkeit von Prozessen durch den Systemverantwortlichen ohne Programmierkenntnisse ist dank einer Technik möglich, die am Beispiel der Prozessgestaltung der Auftragsbearbeitung, dort spezifisch in der Arbeitsmaske Nr. 2 im unteren Teil beim Abschnitt "Formular" gut gezeigt werden kann.
Wie dort genauer ausgeführt wird, braucht der Systemverantwortliche aus den vorhandenen Dokumentarten nur diejenigen auszuwählen, die bei dieser Auftragsart erzeugt werden sollen. Er braucht nicht zu wissen, welches Programm selektieren und welches Programm drucken soll. Er sagt einfach, ich möchte eine Auftragsbestätigung, dann einen Rüstschein, einen Lieferschein und schiesslich eine Rechnung. Was für das Erzeugen dieser Dokumente notwendig ist, weiss das System, denn für das System ist eine Dokumentart ein Objekt, dem ganz bestimmte Eigenschaften angehören (vom Programmierer Methoden zugefügt wurden).
